Das Vinschgauer Verkehrskonzept muss schrittweise umgesetzt werden

23092008-kreisverkehr-lichtenberg Verstaubt das Gesamtverkehrskonzept in den Schubladen?

Zitat aus dem Gesamtverkehrskonzept von Prof. Knoflacher: „Maßnahmen die im Vinschgau realisiert werden sollen, müssen in Zukunft daran gemessen werden ob sie geeignet sind den Autoverkehr zu Gunsten öffentlicher Verkehrsmittel und des Rad- und Fußgeherverkehrs zu reduzieren. Darüber hinaus müssen alle Maßnahmen auf die Umwelt Rücksicht nehmen, sowie die Qualität der Luft und des Landschaftsbildes und die Verkehrssicherheit fördern.“

Die Bezirksgemeinschaft Vinschgau hat im Jahre 2005 Prof. Hermann Knoflacher von der Technischen Universität Wien mit der Erstellung eines Gesamtverkehrskonzeptes für den Vinschgau beauftragt. Dieses Verkehrskonzept ist das Ergebnis umfangreicher Arbeiten, die von der Bevölkerung, der Bezirksgemeinschaft Vinschgau und den beteiligten Gemeinden gemeinsam mit dem Auftragnehmer geleistet wurden. Um eine bürgernahe Planung und die Einbindung der Bevölkerung von Anfang an sicher zu stellen, wurde im Untersuchungsgebiet u. a. eine Haushaltsbefragung durchgeführt. Die außerordentlich hohe Beteiligung der Bevölkerung an dieser Erhebung lässt auf ein großes Interesse der Vinschger an der Lösung der Verkehrsprobleme schließen. Für die zukünftige Verkehrsorganisation im Vinschgau äußerten die Bürger mehrheitlich folgende Wünsche und Bedürfnisse:

  • Reduzierung des Transitverkehrs,
  • mehr Verkehrssicherheit,
  • LKW – Nachtfahrverbot,
  • Verbot von Briefkastenfirmen,
  • weniger Lärm und Abgase,
  • Stärkung der lokalen Wirtschaft,
  • mehr Bahn, Bus, Radverkehr und Fußgeher,
  • Reduzierung des Autoverkehrs.

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Prof. Knoflacher erstellte ein Maßnahmenpaket, um die von der Bevölkerung formulierten Zielvorgaben umzusetzen. Zu diesen Maßnahmen zählen: kurze Ortsumfahrungen, Tempolimits, Kreisverkehre, LKW-Nachtfahrverbot, Lärmschutzwände, Alleen, Fußgängerzonen, Mittelinseln bei Fußgängerquerungen

Sieht man sich heute – drei Jahre nach der Erstellung des Verkehrskonzeptes – im Vinschgau um, so muss man feststellen, dass von den geplanten Maßnahmen bis jetzt äußerst wenig umgesetzt wurde.

Positiv zu bewerten sind einige verwirklichte Maßnahmen zur Einhaltung der Tempolimits (z.B. blinkende Tafeln an den Ortseinfahrten), beleuchtete Fußgängerübergänge und die Kreisverkehre von Burgeis und Lichtenberg.

Regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen hält die USGV für notwendig und sie sind ein wichtiger Beitrag für die Verkehrssicherheit.

Es ist jedoch kritisch festzuhalten:

Die Vinschger haben sich wohl kaum so aktiv an der Erstellung des Verkehrskonzeptes beteiligt, damit es in den Schubladen verstauben soll. Daher werden alle Verantwortlichen aufgefordert, ernsthaft an die Umsetzung der geplanten Maßnahmen heranzugehen und die Lösung der Verkehrsprobleme nicht auf die lange Bank zu schieben.


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