Missbräuchlicher Pestizideinsatz zwischen Mals und Laas

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In den vergangenen Wochen konnte man als aufmerksamer Beobachter in einigen Obstwiesen zwischen Mals und Laas den missbräuchlichen Einsatz von Totalherbiziden feststellen. In einigen Fällen wurden zudem Böschungen von Wassergräben damit „behandelt“.

Diese Gifte werden auch entlang des Radweges, links und rechts der Eisenbahnstrecke und auf öffentlichen Flächen (Gehwegen, Parkplätzen) versprü ht. Viele Privatanwender, aber auch öffentliche Institutionen nutzen Herbizide bedenkenlos.

Total-Herbizide vernichten wahllos die gesamte Vegetation. Ein Beispiel ist das vom Konzern Monsanto entwickelte Herbizid „Roundup“.

Diese Herbizide bestehen aus einem Chemiecocktail. Hauptbestandteil dieses Produkts ist der Wirkstoff Glyphosat. Lösungsmittel, Konservierungsmittel, Tenside und andere Stoffe, mit denen die Hersteller ihre Pestizide versehen, sind oft bedenklicher als der eigentliche Wirkstoff. Kombinationswirkungen sind noch wenig erforscht.

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse werfen ernsthafte Bedenken bezüglich der Sicherheit von Herbizidwirkstoffen auf.

Unkrautvernichtungsmittel haben grundsätzlich negative Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt, auf das Grundwasser und auf die menschliche Gesundheit. Umweltfreundliche Herbizide gibt es nicht!

Einige Fakten sollen an dieser Stelle aufgelistet werden (Quelle: Internetrecherche):

  • Das Unternehmen Monsanto wurde zweimal wegen irreführender Werbung verurteilt: Das erste Mal 1996 in New York, das zweite Mal 2007 in Frankreich.

Die Richter befanden, dass die Angaben „biologisch abbaubar, hinterlässt den Boden sauber und respektiert die Umwelt“ trügerische Werbebotschaften seien. Nach Studien, die die Monsanto Gruppe selbst durchgeführt hatte, werden in 28 Tagen nur 2 % des Unkrautvernichtungsmittels abgebaut. Nach diesen beiden Gerichtsurteilen ist auch der Vermerk „biologisch abbaubar“ von den Packungen verschwunden.

  • Roundup wurde mehrfach im Grund- und Trinkwasser nachgewiesen. In Dänemark ist der Wirkstoff Glyphosat bereits seit 2003 verboten.

  • Roundup ist in geringen Konzentrationen schädlich für zahlreiche wirbellose Tiere, z.B. Regenwürmer, Spinnen und Insekten. Das Mittel beeinträchtigt die Aufnahme von Mikronährstoffen und zeigt negative Wirkungen auf das Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit.

  • Das Herbizid ist für Kaulquappen hochgiftig. Auch wenn das Pestizid sich im Boden verteilt, büßt es seine chemischen Wirkungen nicht ein und tötet neben Kröten auch Frösche.

  • Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Ratten, die kurzzeitig Glyphosat ausgesetzt waren, Leberschäden erlitten.

  • Der französische Wissenschaftler Eric Seralini fand in Untersuchungen heraus, dass das Herbizid Roundup sehr giftig für den Menschen ist. Es gibt Hinweise auf erbgutverändernde und krebserregende Wirkungen.

Die Umweltschutzgruppe Vinschgau verurteilt den missbräuchlichen Einsatz von Herbiziden aufs Schärfste und ruft die zuständigen Stellen auf, ihre Kontrollaufgaben wahrzunehmen. Entlang von Radwegen, der Eisenbahntrasse und öffentlichen Flächen (Gehwegen, Parkplätzen) soll der Einsatz von Herbiziden in Anbetracht der Giftigkeit dieser Produkte überdacht werden.

Hinweis: Die DVD von Marie-Monique Robin: „Monsanto – Mit Gift und Genen“ informiert anschaulich über

die Machenschaften des Chemiegiganten Monsanto.

Der WWF hat einen Bericht zum konventionellen Obstanbau (in ital. Sprache) erstellt, den Sie hier herunterladen können: RAPPORTO WWF – UNA COLTIVAZIONE DI MELE INSOSTENIBILE

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