Prader Sand: Geplante Asphaltierung des Radweges und neuer 4. Freizeitteich gefährden Ökosystem Prader Sand

Trotz zahlreicher Lippenbekenntnisse der zuständigen Behörden, sprich Gemeindeverwaltung und Eigenverwaltung Prad am Stilfserjoch, für einen verantwortungsvollen und umweltbewußten Umgang mit der Prader Sand,  ist die Gefahr einer äußerst schwerwiegenden negativen Beeinträchtigung des Ökosystems Prader Sand derzeit sehr hoch.

Auf der einen Seite werden mit öffentlichen Steuergeldern aufwändige Naturerlebniswege, Tafeln, Aussichtspunkte, Barfußwege, usw. gebaut und gleich daneben soll ein guter naturbelassener Radweg durch die Prader Sand asphaltiert werden. Doch nun droht der Prader Sand ein weiterer Eingriff. In der Baukommissionssitzung im August 2009 wurde ein neuer fast 1,5 Hektar großer Freizeitteich in der Nähe des Suldenbach-Deltas genehmigt. Es bestehen bereits drei über 4 Hektar große Sportfischerteiche auf der Prader Sand und nun wollen die Sportfischer eine weitere Teichanlage auf öffentlichem Grund errichten. Dramatisch ist die Angelegenheit besonders deshalb, weil der Standort in unmittelbarer Nähe zum Suldenbach errichtet werden soll. Gerade dieses Gebiet bildet einen Flaschenhals im Mündungsbereich des Suldenbaches zur Etsch. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass diese wichtige Fläche  für weitere Aufweitungen des Suldenbach-Deltas vorzusehen sei und damit auch bei Hochwasser-Ereignissen als Umlagerungsfläche dienen sollte. Diese Feststellung wird auch von führenden Experten des Amtes für Wasserbau bestätigt. Obwohl mehrere Alternativvorschläge unterbreitet wurden, beharren die Projekteinbringer auf den Standort. Wir hoffen trotzdem, dass das  letzte Wort noch nicht gesprochen ist, dass die Gemeindeverwaltung diesen Standort nochmals überdenken wird und dass letzten Endes ein gute, umweltverträgliche Lösung gefunden wird, die von allen mitgetragen wird. Genau in diese Richtung weisen auch die  Ziele und Maßnahmen des Flussraum-Managementplanes Oberer Vinschgau des Etschdialoges.

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2 Gedanken zu „Prader Sand: Geplante Asphaltierung des Radweges und neuer 4. Freizeitteich gefährden Ökosystem Prader Sand

  1. Geehrter Herr Obwegeser, Ihren Aussagen zufolge spielt es keine Rolle, außerhalb der Schutzzone, jedoch in sensibler Naturlandschaft einen Radweg zu asphaltieren, das ist eigentlich selbstverständlich. Wir sind aus ökologischen Gründen anderer Meinung, auch die Landschaftsschutzbehörden haben bisher diese Meinung vertreten. Aufgrund fachlicher Gutachten hätte auch die Trockenau in die Schutzzone aufgenommen werden sollen, aber dagegen hat man sich massiv gewehrt, auch dies ein Zeichen, wie sensibel man für den Naturschutz wirklich ist. Was die Errichtung eines weiteren (es bestehen heute 3 Fischerteiche mit ca. 4,1 Hektar) Fischerteiches am orographisch linken Suldenbach-Ufer anbelangt, wurden mehrere Einwände von höchster Stelle des Amtes für Wasserbauten angemeldet. Dabei geht es nicht nur um Hochwasserschutz, sondern auch um die Renaturierung äußerst seltener Lebensräume und deshalb um eine ökologische Aufwertung der Prader Sand. Bedenken gibt es auch vom Flussraumforum, welches im Rahmen des Etschdialoges auf die wertvolle Bedeutung des Suldenbachdeltas im Mündungsbereich der Etsch hingewiesen hat. Leider werden alle diese Einwände und Hinweise ignoriert. Und nebenbei kann erwähnt werden, dass man noch immer keinen Biotopmanagementplan vorliegen hat, so wie er vorgeschrieben worden ist. Von Übertreibung kann also nicht die Rede sein.
    Umweltschutzgruppe Vinschgau

  2. Irgendwie ist mir nicht ganz klar, wie die Asphaltierung des Radweges und der Bau eines neuen Fischerteiches in der Zone „öffentliches Grün“ übrigens ausserhalb der Schutzzone des Landschaftsplanes das Ökosystem Prader Sand äußerst schwerwiegend beeinträchtigen sollen.
    Hier wird maßlos übertrieben. Wie können diese beiden Eingriffe das Ökosystem Prader Sand denn so schwerwieden beeinträchtigen bitte erklärt mir das.
    Bei der Asphaltierung des Radweges gibt es Argumente für diese sowie Argumente dagegen. Meiner Meinung nach ist es sinnvoll den Radweg zu asphaltieren um diesen auch attraktiv und sicher für alle Fahrradfahrer zu machen. Dies war auch die Meinung der Mehrheit des Gemeinderates. Auch dies gilt es zu respektiern.
    Der Grund für den neuen Fischerteich wäre wie ich oben entnehme also Wichtig im Sinne des Hochwasserschutzes. Ein Teich beeinträchtigt den Hochwasserschutz ja nicht, im schlimmsten aller Fälle wird dieser halt überschwemmt, aber dies gefährdet doch nicht das Ökosystem Prader Sand.
    Oder?
    Grüsse
    christian obwegeser

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