Schgumser Möser und Prader Sand: Diese Biotope brauchen Hilfe bevor es zu spät ist!

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Am 11.06.2009 hatten wir folgenden Brief an den Landesrat Dr. Michl Laimer und den Abteilungsdirektor Dr. Roland Dellagiacoma geschickt:

„Im Zuge der Erstellung des Laaser und Prader Landschaftsplanes wurden einige ökologisch wertvolle Flächen der Schgumser Möser und der Prader Sand als Biotope unter Schutz gestellt.Mittlerweile ist einige Zeit vergangen und es hat auch mehrere Aussprachen z. B. zwischen Umweltbehörden, Gemeindevertretern und Umweltschützern in der Gemeinde Laas gegeben, um notwendige Biotoppflegemaßnahmen in den Schgumser Mösern zu besprechen. Im Beschluss der Landesregierung Nr. 2132 vom 16.06.2008 zur teilweisen Wiedergenehmigung des Prader Landschaftsplanes steht geschrieben, dass „die Nutzungen, Erhaltungs-, Pflege, und Entwicklungsmaßnahmen in einem Managementplan festzulegen sind, der von der I. Landschaftsschutzkommission genehmigt werden muss“.

Laut unseren Informationen gibt es weder für die Schgumser Möser noch für die Prader Sand einen entsprechenden Biotopmanagementplan und keinerlei konkrete Biotoppflegemaßnahmen. Um die ökologische Vielfalt in diesen sensiblen Lebensräumen aufrecht erhalten zu können, sind jedoch gezielte Pflegemaßnahmen notwendig.

Wir ersuchen Sie daher, die noch ausständigen Biotopmanagementpläne zu erstellen, damit die dringenden Pflegemaßnahmen unter fachlicher Federführung durchgeführt werden können. Wünschenswert wären auch begleitende Sensibilisierungs- und Informationsmaßnahmen (Schautafeln, Info-Broschüre, u. a.) zu diesen interessanten Lebensräumen.“

Lesen Sie hier die entsprechende Rückmeldung:  Antwortschreiben vom 29.7.2009 Aut. Prov. BZ Abteilung 28

Auf eine Anfrage der Grünen Landtagsfraktion zu diesem Thema antwortete Landesrat Dr. Michl Laimer wie folgt: Antwortschreiben von Landesrat Dr. Michl Laimer vom 5.10.2009

Tatsache ist: Bis heute sind keinerlei Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der beiden Biotope in Aussicht, weder auf dem Papier, noch sonst wo. Besonders schwerwiegend ist diese Situation derzeit für die Prader Sand. Dort laufen nämlich konkrete Bestrebungen, welche von der Prader Gemeindeverwaltung unterstützt werden, um einen neuen 4. Sportfischerteich, fast 15.000 m² groß, am Rande des Suldenbachdeltas zu errichten. Zudem möchten die Bezirksgemeinschaft Vinschgau und die Prader Gemeindeverwaltung den 1,2 Km langen Radwegabschnitt durch die Prader Sand asphaltieren. Dass wir als Umweltschutzgruppe  Vinschgau mit den verantwortlichen Behörden keine Freude haben und deshalb einmal nachfragen möchten, wie lange man noch auf die Biotopmanagementpläne warten muss, sollte verständlich sein. Denn in der Zwischenzeit wird an schwerwiegenden negativen Eingriffen an der Prader Sand mit politischer Unterstützung gebastelt. Nebenbei versuchen die Eigenverwaltung und Gemeindeverwaltung Prad  mit der Errichtung teurer Umwelt-Infrastrukturen wie Naturlehrpfad und Aussichtstürme, einen falsch verstandenen Naturschutz vorzutäuschen. Auch die Schgumser Möser zeigen sich derzeit in einem erbärmlichen Bild zwischen Stacheldrahtverhauen, Schottermühlen und Häuserruinen. Wir fordern die Politik endlich zum rechtzeitigen Handeln auf!

10082008-biotoptafel-pradersand Lesen Sie dazu auch den Bericht „Sorge um die Sand“ der Dolomiten-Ausgabe vom 17.11.2009:

„Sorge um die Sand“ Dolomiten 17.11.2009

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2 Gedanken zu „Schgumser Möser und Prader Sand: Diese Biotope brauchen Hilfe bevor es zu spät ist!

  1. Die Umweltschutzgruppe Vinschau hat grundsätzlich nichts gegen die Errichtung von Naturerlebniswegen einzusetzen. Nimmt man den Begriff „Naturschutz“ jedoch wörtlich, so bedeutet dieser nicht nur Naturerlebniswege, Hochtürme usw. in freier Natur zu bauen, sondern setzt voraus, dass die sensiblen Lebensräume wirksam geschützt und falls notwendig ökologisch aufgewertet werden. Naturschutz bedeutet also Natur schützen und erhalten. Was die Gemeinde und Eigenverwaltung Prad jedoch derzeit tun, kann uns und andere Naturschutzorganisationen nicht überzeugen. Bisher wurden alle Hinweise größtenteils ignoriert. Ignoriert wurden auch fachliche Stellungnahmen von Landesbehörden. Ein derartiges Verhalten kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit öffentlichen Steuergeldern ein Etikettenschwindel betrieben wird, den nicht nur sensible Naturliebhaber durchschauen. Erlebnispfade gibt es mittlerweile in fast jeder Ortschaft, die Prader Sand als Naturschutzgebiet gibt es jedoch nur einmal und kann von niemandem kopiert werden. Wenn diese Prader Sand stückchenweise zugeteert oder durchlöchert wird, bleibt nicht mehr viel übrig und dafür werden die heutigen Entscheidungsträger die Verantwortung übernehmen müssen.
    Umweltschutzgruppe Vinschgau

  2. Dass die Errichtung eines Naturlehrpfades durch die Gemeinde- und Eigenverwaltung nun auch auf Kritik der Umweltschutzgruppe trifft ist mir neu. Bis heute wurde von der „Liste für Prad“ die Errichtung eines solchen immer befürwortet. Das Projekt wurde ja auch im Gemeinderat von der Arbeitsgruppe Prader Sand vorgestellt und einstimmig vom Gemeinderat genehmigt.
    Jetzt der Gemeinde- und Eigenverwaltung den Vorwurf zu machen daß diese „einen falsch verstandenen Naturschutz vortäuschen“ ist schon eine bodenlose Unterstellung!
    Also das ist schon ein starkes Stück. Aber man kann ja alles drehen wie man es braucht!

    Und was wäre da so drammatisch wenn der Radweg asphaltiert würde und der Fischerteich (außerhalb der Schutzzone im öffentlichen Grün) errichtet würde!!!

    Grüsse
    christian obwegeser

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