Unerwünschtes Christkindl für die Prader Sand: Ein Asphaltband

Letzte Woche beschäftigten sich fast zeitgleich zwei Gremien mit dem Thema Asphaltierung des Radwegabschnittes durch die Prader Sand, nämlich der Bezirksrat der Bezirksgemeinschaft Vinschgau und kurz danach die Baukommission der Gemeinde Prad am Stilfserjoch. Die Asphaltierung wurde bereits seit mehreren Jahren immer wieder diskutiert, von Umweltverbänden und auch vom Landesamt für Landschaftsökologie abgelehnt.  „Die Besonderheit der Prader Sand würde eine Unterbrechung der Asphaltierung ohne weiteres rechtfertigen“, heißt es in einem Schreiben des Landesamtes. Nicht überall werden Radwege aus Prinzip asphaltiert, hier in der Prader Sand, einem einzigartigen Naturgebiet, das in Kürze sogar mit finanziellem Aufwand durch Naturpfade und Erlebnisstationen aufgemöbelt werden soll, ist die Asphaltierung jedoch von höchster Bedeutung.

Die Grundbesitzer, nämlich die Eigenverwaltung und die Gemeindeverwaltung Prad wollen die Asphaltierung, die Bezirksgemeinschaft ist Bauherr des übergemeindlichen Radweges und als dritter im Bunde die Landesverwaltung, welche die Gelder zur Verfügung stellt. Bisher hat man immer die angeblich hohen Instandhaltungskosten von ursprünglich 2.500 Euro angeführt und man versprach auf Drängen, dass man eine Kostengegenüberstellung vorlegen würde. Was jedoch am 10.12.09 im Bezirksrat dazu vorgelegt wurde, ist einer öffentlichen Verwaltung nicht würdig. Ohne Datum und ohne Unterschrift, keine detaillierten und objetiven Kostengegenüberstellungen, nur wage und subjektive Schätzungen. Dabei wurden die Instandhaltungsarbeiten mit jährlich 5.000 bis 10.000 Euro beziffert. Es wurden keine detaillierten Angaben zu den tatsächlich notwendigen Arbeiten angeführt. Die Asphaltierung würde demnach nur 50.000 Euro kosten, detaillierte technische Angaben wurden vom Amt für Technische und Umweltdienste keine angeführt. Trotz dieser unprofessionellen und sehr wagen Kostenberechnung soll das Projekt verwirklicht werden, zu Lasten der Steuerzahler. Damit setzen diese öffentlichen Verwaltungen ein klares Signal für mangelnde Sensibilität gegenüber einzigartigen Naturlebensräumen.

Die Kinder und Erwachsenen, die in Zukunft die Prader Sand zur Naturbegegnung aufsuchen, werden der Gemeinde- und Eigenverwaltung dankbar dafür sein, dass die Prader Sand mit einer Asphaltstraße durchquert wird. Leider verliert dabei auch das geplante Naturerlebniskonzept einen wesentlichen Teil an Glaubwürdigkeit und Autentizität.

Lesen Sie dazu auch den folgenden Bericht: „Unerwünschtes Christkindl“

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