Ehemaliger Topmanager Klaus Wiegandt fordert Mobilisierung der Konsumenten – Ein Kommentar

In einem Zeitungsartikel des Wirtschaftskuriers WIKU vom 17.11.2010 weist der ehemalige Topmanager Klaus Wiegandt auf eine derzeitige dramatische Fehlsteuerung der Wirtschaft hin. Dass Waren um die ganze Welt transportiert werden, sei ökologisch gesehen ein absoluter Schwachsinn. „Ein Verbrechen, das nur deshalb möglich ist, weil Energie – und damit auch der Transport – immer noch viel zu billig ist“, so die Feststellung von Klaus Wiegandt.

Es ist erfreulich, wenn Wirtschaftsexperten sich derartige Gedanken machen und diese auch öffentlich weitergeben. Wahrscheinlich werden diese Aussagen heute ernster genommen. Wenn Umweltaktivisten noch vor mehreren Jahren auf die nachhaltige Produktion und die regionale Vermarktung von Produkten hingewiesen haben, so wurden sie entweder belächelt oder als realitätsfremde Ökospinner hingestellt. Tatsache ist jedoch, dass die damaligen Hinweise heute bereits Realität geworden sind und sich die Probleme, ökologischer und sozialer Natur, ständig vergrößern. Tatsache ist auch, dass kurzfristige Profitgier nicht nur zu Lasten der Umwelt, sondern auch zu Lasten einer sozial ausgewogenen Gesellschaft geht. Die rücksichtslose Ausbeutung der Naturresourcen zerstört Natur und Arbeitsplätze. Diese Schäden müssen dann auf irgend eine Art und Weise von der Allgemeinheit getragen werden, solange sie das noch imstande ist. Offensichtlich ist auch, dass Politiker ihre eigentlichen verantwortungsvollen  Aufgaben nicht mehr wahrnehmen, sondern ständig dem Druck von Parteien, Lobbys und Eigeninteressen ausgesetzt sind. Vielerorts wird deshalb das Korrektiv des Volkes unterbunden. Wenn Klaus Wiegandt behauptet, „Energie ist viel zu billig“, so hat er vollkommen recht.  Wieso also nicht einfach die Kosten und Steuern für Energie hinaufsetzen? Das scheint komplizierter zu sein als man meint. Keiner will jedenfalls den ersten Schritt tun, um nicht die eigene Position gegenüber den anderen zu schwächen. An der Verteuerung der Energie wird trotzdem kein Weg vorbeiführen, gleichzeitig müssten jedoch die Kosten für die menschliche Arbeit reduziert werden. Wenn die Energie zu billig ist, dann ist die menschliche Arbeit zu teuer. Es bleibt abzuwarten, wie schnell diese Veränderung von der Politik umgesetzt wird, sicher nicht auf Druck der Parteien, Lobbys und Eigeninteressen, sondern letzten Endes auf Druck der Natur.

(Rudi Maurer – Vorstandsmitglied der Umweltschutzgruppe Vinschgau)

Wirtschaftskurier WIKU vom 17.11.2010: „Energie ist viel zu billig“

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