Für eine nachhaltige Energieversorgung

Die aktuelle Diskussion zur Errichtung von Windanlagen im Vinschgauer Oberland veranlassen uns dazu, die Entwicklung im Energiebereich zu beleuchten und auf deren Problempunkte hinzuweisen. Der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energiequellen ist ein  Gebot der Stunde. Genau so sind große gemeinsame

Anstrengungen zur Energieeinsparung und intelligenten Nutzung umweltfreundlicher Energieträger notwendig. Die Energieversorgung der Zukunft baut unserer Meinung auf Energieeinsparung, -effizienz und eine umwelt- und sozialverträgliche Energieproduktion und -verteilung. Zur Erreichung der Energieautarkie braucht es ein umfassendes und von allen unterstütztes Energieleitbild. Lesen Sie dazu unsere entsprechende Pressemitteilung:
Presseberichte

ff – Südtiroler Wochenmagazin vom 20.1.2011:  „Windkraft? Jein danke.“

Tageszeitung Dolomiten vom 21.1.2011:  „Ja zur Windkraft, wenn… + Thema komplex und kontrovers diskutiert“

Neue Südtiroler Tageszeitung vom 21.1.2011:  „Abhängige Vinschger“

Für eine nachhaltige Energieversorgung

Die Umweltschutzgruppe Vinschgau nimmt mit dieser Aussendung Stellung zur aktuellen Diskussion um den Windpark Malser Haide. Wir sind der Auffassung, dass das Thema Windenergie nicht isoliert zu betrachten ist, sondern in einem größeren Kontext diskutiert werden muss.

Die Energieautarkie, d. h. Unabhängigkeit von Energieimporten zu erlangen, übt auf viele Regionen eine starke Faszination aus und ist ein Gebot der Stunde. Kernpunkt eines solchen Konzeptes ist es, den Bedarf durch regionale, erneuerbare Energieträger zu decken, Energie zu sparen und sie effizienter zu nutzen. Ohne Energieeinsparung und einer Steigerung der Energieeffizienz ist eine Energieautarkie nicht möglich. Daher muss das vorhandene Potential zur Effizienzsteigerung aller Energieträger sowie eine ökologisch verträgliche Nutzung heimischer Biomasse untersucht und ausgeschöpft werden. Die energetische Sanierung der Gebäude soll oberste Priorität haben. Dieser Sachverhalt wird in der aktuellen Diskussion viel zu wenig beachtet. Es fehlt derzeit noch immer ein Energieleitbild für den Vinschgau.

Eine bedenkliche Goldgräberstimmung und ein Wildwuchs im Bereich der erneuerbaren Energien greifen derzeit um sich. Diese Fehlentwicklung bereitet uns vermehrt Sorgen. Das Ansinnen der Gemeinden, noch unberührte Bäche hydroelektrisch zu nutzen, um damit Haushaltslöcher zu stopfen, ist ökologisch nicht vertretbar. Bei der Energieproduktion und dort wo die so genannten Umweltgelder investiert werden, muss mehr auf Transparenz und Nachhaltigkeit geachtet werden. Energieautarkie darf nicht als Alibi zur Verbauung der letzten naturnahen Gewässer oder zur Bestückung unberührter Landschaften mit Windkraftanlagen missbraucht werden. Die Zahlen sprechen für sich: 784 von insgesamt 930 E-Werken erzeugen weniger als 2,7 % des gesamten Südtiroler Stroms und dennoch gibt es Bestrebungen die letzten unberührten Gewässer hydroelektrisch auszubeuten. Dem landschaftlichen und touristischen Wert von Fließgewässern wird viel zu wenig Beachtung geschenkt. Da sich die öffentlichen Verwaltungen neben ihrer Rolle als Gesetzgeber auch bei der Energieproduktion und -verteilung unternehmerisch betätigen, besteht ein permanenter Interessenskonflikt, der negative Auswirkungen auf eine sozial- und umweltverträgliche Energieversorgung verursacht. Wenn den Vinschger Gemeinden gerechte Beteiligungen an den Großableitungen gewährt würden, dann wäre dieser längst energieautark und weitere Konflikte könnten vermieden werden.

Über den Windpark Malser Haide wird zurzeit sehr kontrovers diskutiert. Insbesondere in Gebirgsregionen sind strenge Maßstäbe an die Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen anzulegen, damit die vorhandenen gesundheitlichen, ökologischen und landschaftsästhetischen Werte dieser Gebiete erhalten bleiben. Für die Windkraftnutzung in Südtirol fehlt in diesem Zusammenhang noch ein verbindliches, raumplanerisches Instrument. Eine Nutzung der Windkraft in Südtirol, einem Land, das einen beträchtlichen Teil seiner Stromproduktion exportiert, darf nur bei garantierter Naturverträglichkeit und unter Ausschluss gesundheitlicher Risiken für die Bevölkerung erfolgen.

Die Umweltschutzgruppe Vinschgau wird im Frühjahr eine öffentliche Informationsveranstaltung mit namhaften Referenten zum Thema Energie organisieren. Damit wollen wir einen konkreten und sachlichen Beitrag zur aktuellen Energiediskussion leisten.

Advertisements

2 Gedanken zu „Für eine nachhaltige Energieversorgung

  1. Nein zu Windenergieanlagen – keine Windparks.
    Die Natur, die Landschaft sind zu schützen. Südtirol produziert bereits mehr als doppelt soviel Strom als es benötigt. Mit 5.995 Millionen Kilowattstunden (kWh) erzeugter Energie und 2.946 Millionen kWh verbrauchter Energie wurde in Südtirol 2009 doppelt so viel Energie erzeugt wie konsumiert.
    Die Windenergieanlagen am Sandjoch und Sattelberg am Brenner und auf der Malser Haide im Vinschgau sind nicht zu errichten. Und die beiden bereits existierenden Windräder sind zu entfernen. Verheerende Auswirkungen haben/würden die Windräder aber vor allem auf die Vögel und anderen Tiere haben. Natur und Lebensräume nicht zerstören und die Umwelt nicht verschandeln.
    Sich für die richtige Nutzung der Sonnenenergie einsetzen und in diesem Bereich Forschungen machen, damit die Sonnenenergie richtig und ausreichend zur Energieversorgung genutzt werden kann.
    http://www.christapardeller.wordpress.com

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s