2. Treffen beim Rambach-Dialog

LPA – Vor kurzem traf sich die Expertenrunde unter dem Vorsitz von Peter Kasal vom Landesamt für Landschaftsökologie zum zweiten Mal zum Rambachdialog. Im Mittelpunkt dieser Gesprächsrunde steht die künftige Entwicklung am Rambach im Münstertal. Drei Szenarien wurden vorgestellt. Nun muss abgeklärt werden, von welcher Entwicklungsform der Vinschgau am meisten profitiert.

Ein Wassererlebnisland für Kinder könnte den Rambach aufwerten.

Bei der Vorstellung der Szenarien über die künftige Entwicklung am Rambach spielten die momentanen großen Unsicherheiten bezüglich der Finanzen in Italien eine wichtige Rolle vor allem über die Höhe der möglichen Erträge im Falle eines Kraftwerkbaues, für das geschätzte Errichtungskosten von über 14 Millionen Euro veranschlagt werden. Mit dem Einsatz von zwei Turbinen – im Sommer sollen zwei Turbinen betrieben werden, im Winter nur eine – rechnet man mit einer Jahresstromproduktion von rund 20 Millionen Kilowattstunden. Dabei soll die Wasserfassung so angelegt werden, dass auch noch das Wasser des Valgarolabaches eingespeist werden kann. Abgeklärt werden muss auch, ob eine Verlegung der Druckrohre im Nationalpark Stilfser Joch möglich ist. Entscheiden für ein positives Gutachten des Rambachdialogs für den Bau eines Kraftwerkes wird die Frage der rechtlichen Bestimmungen und vor allem die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu den anderen Szenarien am Rambach sein.

Das zweite Szenarium sieht die Errichtung eines Erlebniszentrums am Rambach vor, mit dem beispielsweise im österreichischen Söll gute Erfahrungen gemacht wurden und das eine Besucherzahl von 200.000 Personen pro Jahr aufweist. Hier liegen die angenommenen Kosten bei rund sieben Millionen Euro, die allerdings nur stufenweise gemäß  dem Investitionszeitraum anfallen würden. Durch die Schaffung neuer Erlebnisstrukturen könnten mit einer klugen Marketingoffensive neue Besucher angesprochen und die Besucherfrequenz insgesamt erhöht werden. Das Erlebniszentrum sollte für den ganzen oberen Vinschgau bedeutend sein, nicht nur für den engeren Flussraum des Rambachs. Finanzierungsmöglichkeiten könnten sich über die Entwicklungsprogramme der Europäischen Union ermöglichen. Sie werden beim nächsten Treffen vorgestellt werden.

Das dritte Entwicklungsszenario läuft auf ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat hinaus, das im Zusammenwirken mit Biosfera Val Müstair zu einer alpinen Modellregion gestaltet werden könnte. Auch in diesem Falle wären mit Kosten bis zu sieben Millionen Euro zu rechnen, wenn Themenwege geschaffen, Investitionen getätigt und regionale Kreisläufe entwickelt werden sollen. Wichtig sei es jedoch, so Rudolf Maurer von der Umweltschutzgruppe Vinschgau, dass sich der obere Vinschgau auf ein klares Entwicklungsprofil einigen kann.
Es wird nun klar erarbeitet werden müssen, bei welchem der drei –Szenarien der Vinschgau den größten und nachhaltigsten Nutzen hat. Die zweite Runde des Rambachdialogs ging unter dem Vorsitz von Peter Kasal vom Landesamt für Landschaftsökologie über die Bühne und wurde fachlich von der Firma Revital mit Klaus Michor und Julia Auer begleitet. An der Diskussion beteiligten sich die Vertretern der betroffenen Landesämter Mauro Spagnolo, Barbara Vidoni, Georg Praxmarer, der Vertreter des Fischereiverbandes Ernst Egger, der Vertreter der Umweltschutzgruppe Vinschgau Rudolf Maurer und der Vertreter der Initiativgruppe Pro Rambach Christoph Wallnöfer sowie Siegfried Warger als Vertreter des Fernheizwerkes Schluderns-Glurns-Taufers, der Fraktionspräsidenten von Laatsch Paul Erhard und die Bürgermeister von Mals und Taufers Ulrich Veith und Hermann Fliri. Kasal informierte die Anwesenden über den Beschluss der Dienststellenkonferenz für Umwelt, Kraftwerksprojekte über drei Megawatt am Rambach abzulehnen. Nach Abschluss des laufenden Rambach Dialoges und der Vorstellung der Ergebnisse aus diesem Prozess wird die Südtiroler Landesregierung zu einer Entscheidung kommen.  Es wurde auch festgestellt, dass zwischen den Ergebnissen des Etschdialogs und den Projekten des Rambachdialogs keine Widersprüche bestehen.

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3 Gedanken zu „2. Treffen beim Rambach-Dialog

  1. So „moderat“ wie man den Rambach für die unersättliche Stromproduktion nutzen kann, könnte man den Rambach sicherlich auch „moderat“ für Erholungszwecke nutzen. Die Gemeindegremien brauchen nicht warten, was am Rambach geschieht, um für den Thurnauaschuttkegel geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, das können sie schon jetzt machen.

    • Das könnten sie jetzt schon machen, ist aber sicher nicht über die Köpfe der Grundbesitzer und Bauern hinweg zu machen. Ist soviel ich weiss auch schon versucht worden. Allein das Andenken dieser Idee stiess auf geharnischten Widerstand und Unverständniss der Bauern. Und wer sich am Rambach “ erholen“ möchte, hat dazu alle Möglichkeit der Welt,
      Sind wir nicht mehr imstand uns zu erholen, ohne Themenweg, ohne
      Lehrpfad ohne, ohne installierten Firlefanz…..

  2. wenn man hier Söll als Vergleich herzieht, dann sollte jeder wissen, wo sich Söll befindet und in welcher Ferienregion dieser Ort eingebettet ist. während man versucht den rambach touristisch zu nutzen, wird sich an einem Landschaftlichen Kleinod, zu dessen Füssen der Rambach rinnt, dem Thurnauna Schuttkegel, ein Wandel vollziehen, der weit mehr an Landschaftlicher Zerstörung bringt, wie eine moderate Nutzung des Rambaches. Der Thurnauaschuttkegel ist bis dato einer der schönsten Schuttkegel im Vinschgau und mit seinen Terassenförmig angelegten Ackern und Feldern ein Unikat. An den Ackerrainen Wächst nach wie vor die Traubenkirsche, die besonders in der Blüte ein wunderschönes Landschaftsbild abgibt. Mit dem beginnenden Steinobstanbau ( vorzügl. Kirschen) wird das Landschaftsbild durch Betonstangen und Abdeckungen nachhaltig gestört und die Einmaligkeit geht unwiederbringlich verloren. Deshalb sollte man sich sehr gut überlegen, was man am Rambach plant.die Gemeinden haben die Kompetenz, Abdeckungen, Hagelnetze u. dgl. zu verbieten, allerdings müssen sie den Betreiber der Anlagen entschädigen. Erlöse aus dem Rambach könnten auch zum Schutze solcher Landschaftlicher Kunsttschätze genutzt werden…..

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