Dritte Runde des Rambach-Dialogs

LPA – Zum dritten Mal traf sich vor kurzem die Expertenrunde unter dem Vorsitz von Peter Kasal vom Landesamt für Landschaftsökologie in Mals zum Rambachdialog. Bei dieser Gesprächsrunde geht es um die künftige Entwicklung am Rambach im Münstertal. Im Mittelpunkt standen die Vorstellung der UNESCO-Biosphärenparks Val Müstair und die Wirtschaftlichkeitsberechnungen der Zukunftsszenarien für eine mögliche Nutzung des Rambachs.

Eine Zusammenfassung der Wirtschaftlichkeitsberechnungen ergab für einen Kraftwerksbau einen möglichen Gewinn zwischen 20 bis 28 Millionen Euro in den kommenden zwanzig Jahren. Voraussetzung dafür sind allerdings ein klagloser Betrieb, ausreichende Wasserführung und das Weiterbestehen der Grünzertifikate mindestens in der bisherigen Form.

Eine touristische Aufwertung bringt über den Zeitraum von zwanzig Jahren einen Gewinn von rund acht Millionen Euro ohne allerdings dabei die positiven Nebeneffekte wie Nächtigungssteigerungen  und Zuwachs an Arbeitsplätzen zu berücksichtigen, durch die eine Steigerung möglich wäre.

Eine totale Unterschutzstellung des Rambachs würde im Zeitraum von 20 Jahren immerhin auch noch 1,6 Millionen Euro Gewinn bringen.

Was die finanziellen Erträge anbelangt,  liegen die Zahlen also mit einer relativen Verlässlichkeit unter Einbeziehung vieler Unsicherheitsfaktoren auf dem Tisch. Die richtige Entscheidung kann jedoch erst dann getroffen werden, wenn auch klar ist in welche Richtung sich der obere Vinschgau entwickeln will: Qualitätstourismus oder Energieregion. Darüber wird in den kommenden Sitzungen noch diskutiert werden, welche Varianten oder Kombinationen sinnvoll sind.

Auf großes Interesse der Dialogteilnehmer stießen die Ausführungen des Präsidenten der Kraftwerke von Müstair und Mitglied des Biosphärenreservats Müstair, Hansjörg Weber. Die Biosfera liegt eingebettet zwischen dem Schweizer Nationalpark und dem Nationalpark Stilfser Joch. Für die Entwicklung dieses Gebietes wurde ein eigenes Leitbild unter Einbeziehung aller Betroffenen entwickelt. So konnte sich die Biosfera die Anerkennung durch breite Teile der Bevölkerung sichern. Dabei wurde darauf geachtet, dass sowohl die Wirtschaft als auch der ökologische Aspekt auf ihre Kosten kamen. In einer Reihe von kleinen Projekten vor allem im Bereich des Naturtourismus, des Agrotourismus und des Kulturtourismus wurde sodann die Marke Biosfera ausgebaut und bekannt gemacht. Zusätzlichen Gewinn konnte das Val Müstair aus dem Webeeffekt von Olympiasieger Dario Cologna schöpfen. Für 2008 bis 2011 gab es dabei eine Wertschöpfung von über zwei Millionen Franken.

Von Seiten der Teilnehmer des „Rambach Dialoges“ liegt derzeit keine gemeinsame Position vor. Um ein Stimmungsbild von den Bürgern als zusätzliche Entscheidungshilfe zu bekommen, könnte eine Podiumsdiskussion oder eine Bürgerbefragung gemacht werden, so das Gremium.
(SAN)

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