Vinschger Bahn ist kein Wasserstoff-Experiment

Vinschger Zug bei Kortsch - ferrovia Val Venosta (Foto Umweltschutzgruppe Vinschgau)Mit großer Verwunderung nehmen wir den Vorschlag der Landtagsabgeordneten Sepp Noggler und Albert Wurzer zur Kenntnis, die Vinschger Bahn anstatt zu elektrifizieren, nun mit Wasserstoff zu betreiben.

Nachdem uns weltweit keine ähnliche Bergbahn bekannt ist, die mit Wasserstoff betrieben wird, müsste die Vinschger Bahn als Wasserstoff-Experiment herhalten. Wir raten jedoch dringend davon ab, die notwendige Elektrifizierung der Bahnlinie Meran-Mals mit solch riskanten Wunschvorstellungen zu verzögern. Die elektrische Traktion mit Oberleitung gibt es seit mehr als hundert Jahren und ist immer wieder weiterentwickelt worden. Sie funktioniert mit dem geringsten Energie-Verlust und dem höchsten Wirkungsgrad, ganz anders als beim Wasserstoff mit einem relativ schlechten Wirkungsgrad

Ein Wasserstoff-Betrieb auf der Bahnlinie Meran-Mals würde die lang ersehnte umsteigefreie Fahrt von Mals nach Bozen und darüberhinaus wieder zu nichte machen. Die Linien Meran-Bozen und im Pustertal nun mit Wasserstoff-Schienenfahrzeugen zu betreiben würde wohl keinen Sinn machen, da die Oberleitungen dort bereits vorhanden sind.

Durch die so genannte Rekuperation kann Strom gewonnen werden, in dem talwärtsfahrende Züge die Energie über die Oberleitung ins Netz einspeisen und so bergwärtsfahrende Züge antreiben. Auch in Hinblick auf eine mögliche Bahnverbindung in die Schweiz ist eine elektrifizierte Vinschger Bahn Grundvoraussetzung.

Deshalb fordern wir die zuständigen Politiker auf, die Elektrifizierung der Vinschger Bahn wie geplant ohne jegliche Verzögerung voranzutreiben und nicht als Lückenbüßer für die fehlende Nachfrage am Bozner Wasserstoff-Zentrum aufs Spiel zu setzen. Im Sinne der Transparenz und Bürgernähe sollten alle Planungs- und Arbeitsfortschritte dieses sehr wichtigen Mobilitätsprojektes im Internet dokumentiert und veröffentlicht werden.

Auch der Vinschger Zug soll mit sauberem Strom betrieben werden!

Auch der Vinschger Zug soll mit sauberem Strom betrieben werden!

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Ein Gedanke zu „Vinschger Bahn ist kein Wasserstoff-Experiment

  1. Diese Stellungnahme der Umweltschutzgruppe Vinschgau ist goldrichtig und trifft den Nagel auf den Kopf. Es gibt weltweit noch kein einziges mit Wasserstoff und Brennstoffzellen betriebenes Schienenfahrzeug, das kommerziell zur Personenbeförderung eingesetzt wird. Diese Forderung jetzt bereits zu stellen und das noch für eine Bahn mit derart hohen Ansprüchen bezüglich Steigungen, wie es die Vinschgerbahn ist, ist ein Hirngespinst. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau ist gut beraten sich von solchen wirren Phantasien so unmissverständlich zu distanzieren, wie sie es tut, und auf dem Boden der Realität zu bleiben. Die VinschgauerInnen und die ihre Urlaubsgäste werden dankbar sein, wenn sie nicht als Versuchskaninchen für einen zum Scheitern verurteiltes Experiment eines Bahnbetrieb mit Wasserstoff und Brennstoffzellen missbraucht werden.
    Alle Kräfte müssen nun auf die rasche Elektrifizierung der Vinschgerbahn konzentriert werden. Als weiters Projekt würde es Sinn machen, die Verlagerung des Güterverkehrs mit leisen, leichten Kombiverkehrs-Güterpendelzügen von der Strasse zurück auf die Schienen zu verlegen und so die unsäglich lärmende und Abgase ausstossende LKW-Flut einzudämmen.

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