Prader Gemeinderat gegen Naturdenkmal Palabirn-Anger – Appell an Landesregierung

Sterbender Palabirn-Baum in Lichtenberg

Einer der vergifteten Lichtenberger Palabirn-Bäume: In Glurns verehrt und geschützt, in Prad vergiftet und missachtet

Am 26. November 2015 kündigte der Bürgermeister von Prad in einem Interview noch an, dass er in Bezug auf den Palabirn–Anger in Lichtenberg dem Ausschuss einen Vorschlag unterbreitet habe, der auf Zustimmung stößt. „Wir werden die verbleibenden (7) Palabirn-Bäume als Naturdenkmal ausweisen und diese Exemplare auch besonders pflegen.“ Gemeint war damit jener Teil des Palabirn-Angers, der als öffentliches Grün eingetragen ist. Von diesem Versprechen war bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Prad nichts mehr zu hören. Dieser lehnte jegliche Ausweisung als Naturdenkmal des Palabirn-Angers ab. Damit folgte er auch nicht dem Kompromissvorschlag der Landeskommission für Natur, Landschaft und Raumentwicklung. Diese hatte sich für die Ausweisung des öffentlichen Grüns als Naturdenkmal ausgesprochen.

Der Gemeinderat von Prad begründete seine Haltung damit, dass die Zone als öffentliches Grün „bereits so gut wie unantastbar sei.“ Wenn dem so wäre, dann hätten sich die Mitglieder der Landeskommission wohl umsonst mit diesem Antrag eingehend beschäftigt und sich für die Ausweisung als Naturdenkmal entschieden.

Dass Streuobstwiesen Lebensraum für mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten, darunter Vögel, Insekten, Spinnentiere, Reptilien sind und inzwischen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Biotoptypen stehen, scheint den Gemeinderat wenig zu interessieren.

Wenn, wie im Palabirn-Anger geschehen, auf einem gemeindeeigenen Grundstück ein Vandalenakt verübt wird, so würde man sich erwarten, dass die Gemeindeverwaltung alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um die Täter ausfindig zu machen. Mit Verwunderung haben wir daher zur Kenntnis genommen, dass nicht einmal die angekündigte Analyse der Holzspäne aus den Bohrlöchern der Bäume durchgeführt wurde, mit der Begründung, dass die Bäume nicht vergiftet wurden. Dass das Gegenteil der Fall ist, ist jetzt deutlich erkennbar.

Unser Appell geht daher an die Südtiroler Landesregierung als letzt-entscheidende Instanz, diesen in ganz Südtirol einzigartigen Palabirn-Anger vor der scheibchenweisen Zerstörung zu bewahren.

 

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