Pestizidstudie auf Kinderspielplätzen: Fragen bleiben unbeantwortet!

Pestizidstudie 2017: Fragen bleiben unbeantwortet

Die vom Dachverband für Natur – und Umweltschutz im heurigen Jahr durchgeführte Studie zu Pestizidrückständen auf Südtiroler Kinderspielplätzen hat allarmierende Ergebnisse zutage gebracht. 45% der Spielplätze sind im Landesdurchschnitt kontaminiert, im Vinschgau sind es sogar 76% . Auf die Veröffentlichung der Daten reagierten der Südtiroler Sanitätsbetrieb und der Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler mit der Aussage: „Keine Gefahr für Kinder und Erwachsene“.

Daraufhin ersuchte die Umweltschutzgruppe Vinschgau um Beantwortung folgender Fragen:

  • Wieso sind möglich Hormonschädigende (das gilt für 71% der 14 gefundenen Wirkstoffe) und irreversibel die Fortpflanzung schädigende Wirkstoffe – für Südtiroler Kinder und Eltern nicht gefährlich?

In der Antwort wird lediglich auf Penconazol eingegangen, nicht auf alle anderen in der Landwirtschaft eingesetzten und in den Proben gefundenen möglich Hormon schädigenden und die Fortpflanzung schädigenden Wirkstoffe.

  • Wie können die Verantwortlichen garantieren, dass die im Gras gefundenen Wirkstoffe sich nicht in der Luft befinden, die eingeatmet wird?

Auf diese Frage wurde nicht geantwortet. Das Risiko das durch Einatmen kontaminierter Luft entsteht, ist noch wenig erforscht. Deshalb kann es nicht einfach ignoriert werden.

  • Wie wird mit Kombinationseffekten sogenannter Cocktailmischungen, die wissenschaftlich noch ungeklärt sind und bislang nicht Bestandteil der Risikobewertung bei der Zulassung von Pestiziden sind, umgegangen? (58% der Proben mit Pestizidrückständen waren mehrfach belastet)

Auf diese Frage wurde nicht geantwortet.

  • Ab welcher Menge geht von den gefundenen Wirkstoffen in Kombination eine Gefahr für die Gesundheit aus?

Es wird auf Penconazol eingegangen und dabei angeführt, dass ein Kind große Mengen an Gras essen müsste, um in Gefahr zu kommen. Es versteht sich von selbst, dass Kinder nicht auf den Spielplatz gehen, um Gras zu essen, sondern um zu spielen. Dabei nehmen sie über die Haut und den Mund Schadstoffe auf, die sich nicht nur im Gras befinden, sondern auch im Sand und auf den Spielgeräten.

Auf die anderen Wirkstoffe und das Risiko durch deren Kombinationswirkung wird nicht eingegangen.

  • Auf welchen wissenschaftlichen Fakten beruhen obgenannte Aussage des Südtiroler Sanitätsbetriebes und des Landesrates A. Schuler?

Auf diese Frage wurde nicht geantwortet.

Wenn die verantwortlichen Landesräte auf den Großteil der gestellten Fragen keine Antwort geben können, so stufen wir die Aussage: „Keine Gefahr für Kinder und Erwachsene“ als nicht zutreffend ein.

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