Pestizidproben in Südtirol – Was Mediziner dazu sagen!

Pestizidproben 2017 – was Mediziner dazu sagen

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz hat heuer eine repräsentative Studie für Südtirol in Auftrag gegeben, um zu ermitteln, ob die Kinderspielplätze in den Obst- und Weinbaugebieten Südtirols mit Pestiziden kontaminiert sind. Das Untersuchungsgebiet erstreckte sich von Mals bis Salurn in den Tallagen und im Raum Brixen. Aus allen 125 öffentlichen Spielplätzen des Untersuchungsgebietes wurde eine Zufallsstichprobe gezogen; an 71 Spielplätzen wurden von der Firma Bioprogramm aus Padova Grasproben entnommen. Diese wurden anschließend im Labor für Lebensmittelanalysen der Umweltagentur Bozen analysiert und vom Toxikologen Dr. Peter Clausing interpretiert.

Aufgrund des Untersuchungsdesigns gelten die Ergebnisse nicht nur für die 71 untersuchten Spielplätze, sondern für alle 125: Im Durchschnitt sind 45 % der Spielplätze des Untersuchungsgebietes kontaminiert. Im Vinschgau sind es 76 %, im Raum Schlanders bis Partschins sogar 92 %. Gefunden wurden 12 Wirkstoffe, die aus der Landwirtschaft stammen.

Nach der Vorstellung der Studienergebnisse reagierten Landesrat Arnold Schuler und die Südtiroler Sanität mit der Aussage: „ Keine Gefahr für Eltern und Kinder, weil die nachgewiesenen Mengen so gering sind.“

Mediziner sehen dies aber anders:

Die althergebrachte Formel- Die Dosis macht das Gift – stimmt nicht, man denke nur daran, dass in der Homöopathie mit chemisch nicht mehr nachweisbaren Arzneikonzentrationen gearbeitet wird und damit große Wirkung erzielt wird.

Jedes Individuum reagiert unterschiedlich auf äußere Einflüsse, wie wir am Beispiel der allergischen Reaktionen am deutlichsten sehen. Deshalb gilt es KEINE vorhersehbare MINMALE schädigende Dosis für alle Menschen. Jeder Mensch hat eine angeborene spezifische Sensibilität der Körperorgane, entsprechend sind die Körperreaktionen und Erkrankungen unterschiedlich.

Es gilt zu bedenken, dass Kinder allgemein viel empfindlicher auf Störfaktoren als Erwachsene reagieren. Außerdem reagieren das Ungeborene und das heranwachsende Kind in Perioden von Wachstumsschüben extrem sensibel auf äußere Einflüsse.

10 der 12 gefundenen Wirkstoffe * werden als möglich oder wahrscheinlich Hormon schädigend eingestuft. In erster Linie sind die Schilddrüse mit ihren lebenswichtigen Funktionen und die Fortpflanzungsorgane (u. a. Schädigung des Ungeborenen im Mutterleib) betroffen.

Auch die Kombinationseffekte sogenannter Cocktailmischungen, die in die Risikobewertungen bislang nicht eingeflossen sind, dürfen nicht ignoriert werden. Cocktailmischungen sind an ca. 50 % der Spielplätze gefunden worden, Kombinationseffekte sind bis heute noch weitgehend unerforscht.

 

Was sollen Gemeinden tun:

  1. Ihre Verantwortung für die Gesundheit der Bevölkerung bezüglich Pestizide wahrnehmen und regelmäßig an sensiblen Zonen Proben auf Pestizidrückstände nehmen. Die Ergebnisse der durchgeführten Kontrollen sollen in transparenter Art und Weise auch veröffentlicht werden.
  2. Die Landwirte zur Umstellung auf biologische Produktion motivieren und sie dabei unterstützen.
  3. Zur Förderung der Gesundheit und zur Unterstützung des Absatzmarktes für Biobauern Bioprodukte in den öffentlichen Mensen anbieten.

 

*Liste der gefundenen Wirkstoffe

Dodin Fungizid

Phosmet Insektizid

Fluazinam Fungizid

Imidacloprid Insektizid

Chlorpyrifos Insektitizid

Methoxyfenozid Insektizid

Difenoconazol Fungizid

Penconazol Fungizid

Tetraconazole Fungizid

Penthiopyrad Fungizid

Cypermethrin Insektizid

Oxadiazon Herbizid

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